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Großraumbüro vs. Einzelbüro: Was ist für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden besser?

Inhaltsverzeichnis

Die Entscheidung für das zum eigenen Unternehmen passendste Bürokonzept ist strategisch gesehen für HR-Verantwortliche und Arbeitgeber von großer Bedeutung. Das richtige Raumkonzept nimmt Einfluss auf die Betriebs- und Mietkosten. Es hat zudem aber auch eine Wirkung auf die Zufriedenheit des Personals und deren Leistungsfähigkeit. Großraumbüros galten lange Zeit als agil und transparent, während Einzelbüros als Prestigekonzept verstanden wurden.

Doch dieser Trend ändert sich: Der Lärm in Großraumbüros und die Steigerung der Krankenstände führen immer mehr zu Zweifeln auf Seiten von Unternehmern. Vergleicht man Großraumbüros vs. Einzelbüros direkt miteinander, kann nicht pauschal gesagt werden, welches Modell besser oder schlechter ist. Es muss hingeschaut werden, welches Raumkonzept zu welcher Arbeitsweise passt und welche Alternativen auf dem modernen Markt idealerweise die Vorteile beider Modelle miteinander vereint.

Wie werden die Begriffe Großraumbüro, Einzelbüro und ein hybrides Konzept definiert?

Für eine gut durchdachte Entscheidung für Ihre Firma sollten Sie die Begrifflichkeiten der unterschiedlichen Räumlichkeiten unterscheiden:

Großraumbüro

Von einem Großraumbüro oder auch Open Space Büro wird gesprochen, wenn es sich bei der Bürofläche um mindestens 400 m² und mehr als 20 Arbeitsplätze handelt. Minimale Abgrenzungen wie Regale oder Stellwände fördern die offene Atmosphäre und die ungehinderte Kommunikation.

Einzelbüro

Unter Einzelbüro versteht man einen durch Türen und Wände abgetrennten Raum, der nur von einer Person genutzt wird. Einzelbüros bieten maximale Privatsphäre und akustische Abschirmung sowie die Möglichkeit, den Raum selbst zu gestalten. Welche Größen, Ausstattungen und Laufzeiten in der Praxis üblich sind, zeigt der Beitrag Einzelbüro mieten in Berlin.

Hybride Modelle

Ein hybrides Bürokonzept bricht die Barrieren, die klassische Büros aufzeigen, auf. Zu den hybriden Modellen gehören:

  • Kombibüros: Feste Einzelbüros und auch Doppelbüros befinden sich in einer gemeinsam genutzten Zone mit Allgemeinflächen.
  • Activity-Based Working (ABW): Kein Mitarbeiter verfügt über einen festen Arbeitsplatz, sondern je nach Funktion des Mitarbeitenden wird täglich eine entsprechende Zone ausgewählt, die zu dessen Aufgabe passt (z.B. Meetingraum).
  • Smart Office / Multi-Space: Hierbei geht es um strukturelle Freiflächen, die eine durch akustische Trennelemente und auch Kabinen oder Teamzonen getrennte Aufteilung bereitstellt.

Welches Argument spricht gegen Großraumbüros?

Der flächensparende Ansatz ist vor allem für Verantwortliche verlockend, doch praktisch stoßen Großraumbüros an funktionale Grenzen.

Weshalb funktionieren in der Praxis Großraumbüros oftmals nicht?

Einer der Hauptgründe dafür, dass Großraumbüros als Konzept für Unternehmen scheitern, sind die fehlende Struktur und der dauerhafte Lärmpegel. Unterbrechungen während der Arbeit durch Telefonate von Kollegen sowie spontane Gespräche mit anderen Mitarbeitenden können die Produktivität stören. Es gibt Studien, die aufzeigen, dass Mitarbeitende bis zu 23 Minuten nach einer Unterbrechung benötigen, um sich wieder vollständig konzentrieren zu können (Quelle: Dr. Gloria Mark von der University of California, Irvine (UCI)).

Kann das Arbeiten in einem Großraumbüro ungesund sein?

Ja, ein unstrukturierter Open Space kann gesundheitliche Risiken für die Mitarbeitenden bergen. Der permanente Umgebungslärm führt zur erhöhten Ausschüttung von Cortisol (Stresshormon). Außerdem können sich Krankheiten, die über Tröpfchen weitergegeben werden, schneller ausbreiten. Es gibt empirische Untersuchungen, die belegen, dass Mitarbeitende in einem Großraumbüro sogar bis zu 62% mehr Krankentage verzeichnen als Kollegen in Einzelbüros (Quelle: Studie der Universität Stockholm, bei der schwedische Forscher Fehlzeiten auswerteten).

Welche Alternativen zu Großraumbüros werden auf dem Markt angeboten?

Vor allem für Arbeitgeber, die die Nachteile von Großraumbüros vermeiden möchten, sind diese Konzepte zu empfehlen:

  • Mehrpersonenbüros oder Teambüros (Zellenbüros): Hier geht es um kleine Raumeinheiten für 2-6 Personen.
  • Konzept Multi-Space: Hier steht eine bedarfsgerechte Zonierung von Kommunikations- und Ruhebereichen im Vordergrund.
  • Hybrid-Work- oder Remote-Modelle: Dieses Konzept ist eine Ergänzung zum klassischen Büro durch das Arbeiten im Homeoffice.

Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Einzelbüro und einem Großraumbüro?

Der bedeutendste Unterschied ist die Raumstruktur und ihre Ausrichtung: Großraumbüros maximieren den ungeplanten Austausch sowie die Raumeffizienz, während bei einem Einzelbüro der individuelle Fokus, die Vertraulichkeit bzw. die Privatsphäre sowie das ungestörte Arbeiten im Mittelpunkt stehen.

Welche drei Hauptbürotypen gibt es?

Klassischerweise wird in der Arbeitswissenschaft zwischen drei Grundtypen entschieden:

  1. Einzel- oder auch Zellenbüro: Abschließbare Räume entlang eines Flurs oder verteilt auf Etagen.
  2. Open Space / Großraumbüro: Zusammenhängende und große Flächen ohne Abtrennungen durch Wände.
  3. Kombi- oder Gruppenbüro: Räume (mittelgroß) für ganze Abteilungen (4–12 Personen) oder miteinander kombinierte Strukturen.

Welche Einzelbüro Vorteile genießen Teams und somit Unternehmen?

  • Vertraulichkeit und Datenschutz: Enorm wichtig für Rechts- und Personalabteilungen, die Buchhaltung und für Führungskräfte.
  • Maximaler Fokus: Anspruchsvolle und denkintensive Tasks können in Einzelbüros produktiv und konzentriert erledigt werden.
  • Geringe Geräuschkulisse: Störungen durch Telefonate oder Gespräche anderer Personen im gleichen Raum bleiben aus.
  • Individualität: Dinge wie Temperatur oder Belüftung, aber auch die individuelle Gestaltung kann persönlich bestimmt werden.

Haben Einzelbüros auch Nachteile?

  • Hohe Kosten bei hohem Flächenbedarf: Die Mietkosten pro Mitarbeiter sind wesentlich höher.
  • Isolation und Silo-Denken: Zwischen Abteilungen wird der spontane Austausch gehemmt.
  • Hierarchien & Prestige: Das Arbeiten in Einzelbüros kann unter Umständen die Unternehmensstruktur starrer machen.

Wann spricht man von einem Großraumbüro?

Rein rechtlich und auch fachlich gilt ein Großraumbüro nicht schon ab 5 oder 6 Arbeitsplätzen als Großraumbüro.

Großraumbüro Definition: Ab wie vielen Arbeitsplätzen wird von einem Großraumbüro gesprochen?

Ein Großraumbüro wird als eine Fläche von rund 400 m² sowie einer Belegung von mehr als 20 Mitarbeitenden definiert.

Gesetzliche Vorschrift: Wie viel m² pro Person sind innerhalb eines Büros vorgeschrieben?

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) regelt in Deutschland zusammen mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.2) die vorgegebenen Raummaße.

Büro-Typ Gesetzliche Mindestfläche p. Arbeitsplatz Empfohlene Fläche für gute Ergonomie
Einzel- / Gruppenbüro Mind. 8 m² 10 – 12 m²
Großraumbüro Mind. 12 – 15 m² 15 – 20 m²

Hinweis: In Großraumbüros ist aufgrund von Flucht- und Verkehrswegen sowie Platz für z.B. Schallschutzelemente die Mindestquadratmeterzahl pro Person höher angesetzt.

Wie groß muss ein Einzelbüro gemäß Gesetz sein?

Gemäß ASR A1.2 muss ein Einzelbüro mind. 8 m² an Grundfläche aufweisen, um Ergonomie, Bewegungsfreiheit und auch Sicherheitsabstände zu gewährleisten.

Welche Regeln gelten für Großraumbüros?

Um das Zusammenarbeiten auf einer großen Fläche meistern zu können, sollten grundlegende Verhaltensregeln definiert werden:

  • Arbeitsplatz sauber hinterlassen (Clear-Desk-Policy).
  • Video-Calls und Telefonate nur in entsprechenden Telefonboxen führen.
  • Feste Absprachen rund um Lautstärke und das Miteinander.
  • Spontane Meetings am Schreibtisch von anderen Kollegen vermeiden.

Für wen eignen sich Großraumbüros?

Großraumbüros sind nicht universell für jedes Unternehmen geeignet, sie können jedoch klare Synergien erzeugen.

Welche Vorteile haben Großraumbüros für Betriebe?

  • Kosten- und Flächeneffizienz: Quadratmeter werden maximal ausgenutzt.
  • Flexibilität: Arbeitsplätze können bei Unternehmenswachstum schnell angepasst werden.
  • Kommunikation: Schnelle Abstimmungen innerhalb der Teams erfolgen über kurze Wege.

Wann macht ein Open-Space Sinn und welche Branchen profitieren davon?

Open Spaces sind vor allem für Unternehmen geeignet, die Wert auf einen dynamischen Austausch legen und nicht groß auf Vertraulichkeit achten. Dies wäre beispielsweise bei Kreativteams, Agenturen oder auch Support- oder Vertriebsabteilungen der Fall.

Welche Nachteile bietet ein Open-Space?

Neben der Geräuschkulisse und dem erwähnten Ansteckungsrisiko für Krankheiten beschweren sich oftmals Mitarbeitende in Open-Space-Bereichen darüber, dass kaum Privatsphäre gegeben ist und sie unter ständiger Kontrolle arbeiten müssen.

Welche Unternehmenskultur sollte welches Raumkonzept auswählen?

Es gibt keinen Bürotypen, der für jedes Unternehmen passt. Die Wahl des idealen Raumkonzepts wird von zwei Faktoren beeinflusst: wie gut muss sich das Team konzentrieren und zusammenarbeiten?

Activity-Based Working und Multi-Space als Mittelweg

In der modernen Arbeitswelt setzen Betriebe immer mehr auf das Prinzip: Form follows Function. Das bedeutet, dass Mitarbeitende immer weniger in starre Strukturen gezwängt werden und stattdessen verschiedene Bereiche in Multi-Space-Büros für unterschiedliche Tätigkeiten geschaffen werden:

  1. Fokus-Areas: Ruhebereiche oder einzelne Kabinen für ungestörtes und produktives Arbeiten.
  2. Kollaborationsbereiche: Offene Flächen bieten Platz für Workshops und Brainstormings.
  3. Zonen für Socializing: Lounges und Küchen bieten Raum für ungezwungenes Miteinander.

Business-Center als flexible Lösung

Kleinere Unternehmen, Firmen in der Gründungsphase oder auch mittelständische Unternehmen, die expandieren möchten und gern in Einzelbüros die Ruhe genießen, möchten meist eine lange Vertragsbindung sowie hohe Ausbaukosten vermeiden. Ein Business-Center-Modell bietet genau diese Vorteile. Einzel- und Teambüros mit voller Ausstattung können flexibel angemietet und die vorhandene Infrastruktur (Küchen, Empfangsservice, Meetingräume) gemeinsam genutzt werden. Ein Anbieter dieses Modells in Berlin ist Octavus Office am Leipziger Platz. Dort lassen sich Büros mit voller Ausstattung mieten, inklusive Empfang, Konferenzräumen und flexiblen Laufzeiten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Ein Einzelbüro ist zu bevorzugen, wenn Ihre Mitarbeitenden sich intensiv konzentrieren müssen (z.B. Entwicklung, Jura, Buchhaltung). Auch bei Tätigkeiten, die regelmäßig vertrauliche oder personenbezogene Daten bearbeiten, ist ein Einzelbüro ratsam. Die Privatsphäre und die Möglichkeit, ohne ständige Unterbrechungen zu arbeiten, wirken sich positiv auf Zufriedenheit und Produktivität aus.
Langzeitstudien belegen, dass permanente Lärmexposition in Großraumbüros zu erhöhtem Stress führt und die Cortisolausschüttung ankurbelt. Auch die Verbreitung von Krankheiten erfolgt schneller. Untersuchungen zeigen, dass Mitarbeitende in Einzelbüros etwa 62% weniger Krankentage verzeichnen als Kollegen in Großraumbüros. Daher: ja, aus gesundheitlicher Perspektive können Großraumbüros problematisch sein.
Studien von Dr. Gloria Mark (UCI) zeigen, dass Mitarbeitende durchschnittlich 23 Minuten benötigen, um sich nach einer Unterbrechung wieder vollständig zu konzentrieren. In Großraumbüros können solche Unterbrechungen mehrmals pro Stunde vorkommen, was die Produktivität massiv senkt.
Großraumbüros sind deutlich kostengünstiger pro Quadratmeter und pro Arbeitsplatz. Ein Einzelbüro benötigt mehr Fläche und ist daher teurer. Allerdings müssen Sie bei der Gesamtkalkulation bedenken, dass Großraumbüros durch höhere Krankenstände und verminderte Produktivität Folgekosten mit sich bringen, die den vermeintlichen Kostenersparnis egalisieren können.
Für bestimmte Berufsgruppen ja. In kreativen Branchen, bei Agenturen oder im Vertrieb können Großraumbüros durch kurze Abstimmungswege und spontane Austausch die Dynamik fördern. Für Berufe, die tiefe Konzentration brauchen, ist der spontane Austausch eher hinderlich. Hier sind Activity-Based-Working-Modelle eine bessere Lösung, die verschiedene Bereiche kombinieren.
Ja, definitiv. Studien zeigen, dass ständige Unterbrechungen durch Lärm und Gespräche die Produktivität messbar reduzieren. Besonders bei Tätigkeiten, die hohes Konzentrationsniveau erfordern (Programmierung, Schreiben, Analyse), sinkt die Produktivität in Großraumbüros um bis zu 66% im Vergleich zu Einzelbüros. Für Support- oder Vertriebsteams, die viel kommunizieren, kann ein Großraumbüro aber durchaus vorteilhaft sein.
Absolut. Activity-Based-Working und Multi-Space-Konzepte sind aktuell eine der besseren Lösungen. Sie kombinieren Fokus-Bereiche (für konzentrierte Arbeit), Kollaborationszonen (für Teamarbeit) und Sozialräume (für Austausch). Mitarbeitende können je nach Aufgabe den passenden Bereich wählen. Dies fördert sowohl Produktivität als auch Wohlbefinden.
Großraumbüros funktionieren gut in Branchen mit hohem Kommunikationsbedarf: Kreativagenturen, Werbeagenturen, Vertriebsteams, Kundensupport und Startups, die Wert auf eine offene Kultur legen. Branchen wie Kanzleien, Finanzberatung, Entwicklung oder HR sollten eher auf Einzelbüros oder Multi-Space-Modelle setzen.
Ja, absolut. Verhaltensregeln sind in Großraumbüros essentiell: Clear-Desk-Policy, Telefonate und Videokonferenzen nur in Telefonboxen, feste Absprachen zur Lautstärke und zur spontanen Kommunikation. Ohne diese Grundregeln wird das Großraumbüro zum Selbstläufer, der Produktivität und Zufriedenheit senkt.
Nach der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.2) sind mindestens 12-15 m² pro Person in einem Großraumbüro vorgeschrieben. Empfohlen werden 15-20 m², um ergonomisch hochwertige Bedingungen zu schaffen. In Einzelbüros sind mindestens 8 m² Pflicht, empfohlen sind 10-12 m².

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