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Großraumbüro vs. Einzelbüro: Was ist für Unternehmen und ihreMitarbeitenden besser?

Inhaltsverzeichnis

Großraumbüro vs. Einzelbüro: Was ist für Unternehmen und ihre Mitarbeitenden besser?

Die Entscheidung für das zum eigenen Unternehmen passendste Bürokonzept ist strategisch gesehen für HR-Verantwortliche und Arbeitgeber von großer Bedeutung. Das richtige Raumkonzept nimmt Einfluss auf die Betriebs- und Mietkosten. Es hat zudem aber auch eine Wirkung auf die Zufriedenheit des Personals und deren Leistungsfähigkeit. Großraumbüros galten lange Zeit als agil und transparent, während Einzelbüros als Prestigekonzept verstanden wurden.

Doch dieser Trend ändert sich: Der Lärm in Großraumbüros und die Steigerung der Krankenstände führen immer mehr zu Zweifeln auf Seiten von Unternehmern. Vergleicht man Großraumbüros vs. Einzelbüros direkt miteinander, kann nicht pauschal gesagt werden, welches Modell besser oder schlechter ist. Es muss hingeschaut werden, welches Raumkonzept zu welcher Arbeitsweise passt und welche Alternativen auf dem modernen Markt idealerweise die Vorteile beider Modelle miteinander vereint.

Wie werden die Begriffe Großraumbüro, Einzelbüro und ein hybrides Konzept definiert?

Für eine gut durchdachte Entscheidung für Ihre Firma sollten Sie die Begrifflichkeiten der unterschiedlichen Räumlichkeiten unterscheiden:

Großraumbüro

Von einem Großraumbüro oder auch Open Space Büro wird gesprochen, wenn es sich bei der Bürofläche um mindestens 400 m² und mehr als 20 Arbeitsplätze handelt. Minimale Abgrenzungen wie Regale oder Stellwände fördern die offene Atmosphäre und die ungehinderte Kommunikation.

Einzelbüro

Unter Einzelbüro versteht man einen durch Türen und Wände abgetrennten Raum, der nur von einer Person genutzt wird. Einzelbüros bieten maximale Privatsphäre und akustische Abschirmung sowie die Möglichkeit, den Raum selbst zu gestalten.

Hybride Modelle

Ein hybrides Bürokonzept bricht die Barrieren, die klassische Büros aufzeigen, auf. Zu den hybriden Modellen gehören:

  • Kombibüros: Feste Einzelbüros und auch Doppelbüros befinden sich in einer gemeinsam genutzten Zone mit Allgemeinflächen.
  • Activity-Based Working (ABW): Kein Mitarbeiter verfügt über einen festen Arbeitsplatz, sondern je nach Funktion des Mitarbeitenden wird täglich eine entsprechende Zone ausgewählt, die zu dessen Aufgabe passt (z.B. Meetingraum).
  • Smart Office / Multi-Space: Hierbei geht es um strukturelle Freiflächen, die eine durch akustische Trennelemente und auch Kabinen oder Teamzonen getrennte Aufteilung bereitstellt.

Welches Argument spricht gegen Großraumbüros?

Der flächensparende Ansatz ist vor allem für Verantwortliche verlockend, doch praktisch stoßen Großraumbüros an funktionale Grenzen.

Weshalb funktionieren in der Praxis Großraumbüros oftmals nicht?

Einer der Hauptgründe dafür, dass Großraumbüros als Konzept für Unternehmen scheitern, sind die fehlende Struktur und der dauerhafte Lärmpegel. Unterbrechungen während der Arbeit durch Telefonate von Kollegen sowie spontane Gespräche mit anderen Mitarbeitenden können die Produktivität stören. Es gibt Studien, die aufzeigen, dass Mitarbeitende bis zu 23 Minuten nach einer Unterbrechung benötigen, um sich wieder vollständig konzentrieren zu können (Quelle: Dr. Gloria Mark von der University of California, Irvine (UCI)).

Kann das Arbeiten in einem Großraumbüro ungesund sein?

Ja, ein unstrukturierter Open Space kann gesundheitliche Risiken für die Mitarbeitenden bergen. Der permanente Umgebungslärm führt zur erhöhten Ausschüttung von Cortisol (Stresshormon). Außerdem können sich Krankheiten, die über Tröpfchen weitergegeben werden, schneller ausbreiten. Es gibt empirische Untersuchungen, die belegen, dass Mitarbeitende in einem Großraumbüro sogar bis zu 62% mehr Krankentage verzeichnen als Kollegen in Einzelbüros (Quelle: Studie der Universität Stockholm, bei der schwedische Forscher Fehlzeiten auswerteten).

Welche Alternativen zu Großraumbüros werden auf dem Markt angeboten?

Vor allem für Arbeitgeber, die die Nachteile von Großraumbüros vermeiden möchten, sind diese Konzepte zu empfehlen:

  • Mehrpersonenbüros (Zellenbüros): Hier geht es um kleine Raumeinheiten für 2-6 Personen.
  • Konzept Multi-Space: Hier steht eine bedarfsgerechte Zonierung von Kommunikations- und Ruhebereichen im Vordergrund.
  • Hybrid-Work- oder Remote-Modelle: Dieses Konzept ist eine Ergänzung zum klassischen Büro durch das Arbeiten im Homeoffice.

Welchen Unterschied gibt es zwischen einem Einzelbüro und einem Großraumbüro?

Der bedeutendste Unterschied ist die Raumstruktur und ihre Ausrichtung: Großraumbüros maximieren den ungeplanten Austausch sowie die Raumeffizienz, während bei einem Einzelbüro der individuelle Fokus, die Vertraulichkeit bzw. die Privatsphäre sowie das ungestörte Arbeiten im Mittelpunkt stehen.

Welche drei Hauptbürotypen gibt es?

Klassischerweise wird in der Arbeitswissenschaft zwischen drei Grundtypen entschieden:

  1. Einzel- oder auch Zellenbüro: Abschließbare Räume entlang eines Flurs oder verteilt auf Etagen.
  2. Open Space / Großraumbüro: Zusammenhängende und große Flächen ohne Abtrennungen durch Wände.
  3. Kombi- oder Gruppenbüro: Räume (mittelgroß) für ganze Abteilungen (4–12 Personen) oder miteinander kombinierte Strukturen.

Welche Einzelbüro Vorteile genießen Teams und somit Unternehmen?

  • Vertraulichkeit und Datenschutz: Enorm wichtig für Rechts- und Personalabteilungen, die Buchhaltung und für Führungskräfte.
  • Maximaler Fokus: Anspruchsvolle und denkintensive Tasks können in Einzelbüros produktiv und konzentriert erledigt werden.
  • Geringe Geräuschkulisse: Störungen durch Telefonate oder Gespräche anderer Personen im gleichen Raum bleiben aus.
  • Individualität: Dinge wie Temperatur oder Belüftung, aber auch die individuelle Gestaltung kann persönlich bestimmt werden.

Haben Einzelbüros auch Nachteile?

  • Hohe Kosten bei hohem Flächenbedarf: Die Mietkosten pro Mitarbeiter sind wesentlich höher.
  • Isolation und Silo-Denken: Zwischen Abteilungen wird der spontane Austausch gehemmt.
  • Hierarchien & Prestige: Das Arbeiten in Einzelbüros kann unter Umständen die Unternehmensstruktur starrer machen.

Wann spricht man von einem Großraumbüro?

Rein rechtlich und auch fachlich gilt ein Großraumbüro nicht schon ab 5 oder 6 Arbeitsplätzen als Großraumbüro.

Großraumbüro Definition: Ab wie vielen Arbeitsplätzen wird von einem Großraumbüro gesprochen?

Ein Großraumbüro wird als eine Fläche von rund 400 m² sowie einer Belegung von mehr als 20 Mitarbeitenden definiert.

Gesetzliche Vorschrift: Wie viel m² pro Person sind innerhalb eines Büros vorgeschrieben?

Die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) regelt in Deutschland zusammen mit den Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR A1.2) die vorgegebenen Raummaße.

Büro-Typ Gesetzliche Mindestfläche p. Arbeitsplatz Empfohlene Fläche für gute Ergonomie
Einzel- / Gruppenbüro Mind. 8 m² 10 – 12 m²
Großraumbüro Mind. 12 – 15 m² 15 – 20 m²

Hinweis: In Großraumbüros ist aufgrund von Flucht- und Verkehrswegen sowie Platz für z.B. Schallschutzelemente die Mindestquadratmeterzahl pro Person höher angesetzt.

Wie groß muss ein Einzelbüro gemäß Gesetz sein?

Gemäß ASR A1.2 muss ein Einzelbüro mind. 8 m² an Grundfläche aufweisen, um Ergonomie, Bewegungsfreiheit und auch Sicherheitsabstände zu gewährleisten.

Welche Regeln gelten für Großraumbüros?

Um das Zusammenarbeiten auf einer großen Fläche meistern zu können, sollten grundlegende Verhaltensregeln definiert werden:

  • Arbeitsplatz sauber hinterlassen (Clear-Desk-Policy).
  • Video-Calls und Telefonate nur in entsprechenden Telefonboxen führen.
  • Feste Absprachen rund um Lautstärke und das Miteinander.
  • Spontane Meetings am Schreibtisch von anderen Kollegen vermeiden.

Für wen eignen sich Großraumbüros?

Großraumbüros sind nicht universell für jedes Unternehmen geeignet, sie können jedoch klare Synergien erzeugen.

Welche Vorteile haben Großraumbüros für Betriebe?

  • Kosten- und Flächeneffizienz: Quadratmeter werden maximal ausgenutzt.
  • Flexibilität: Arbeitsplätze können bei Unternehmenswachstum schnell angepasst werden.
  • Kommunikation: Schnelle Abstimmungen innerhalb der Teams erfolgen über kurze Wege.

Wann macht ein Open-Space Sinn und welche Branchen profitieren davon?

Open Spaces sind vor allem für Unternehmen geeignet, die Wert auf einen dynamischen Austausch legen und nicht groß auf Vertraulichkeit achten. Dies wäre beispielsweise bei Kreativteams, Agenturen oder auch Support- oder Vertriebsabteilungen der Fall.

Welche Nachteile bietet ein Open-Space?

Neben der Geräuschkulisse und dem erwähnten Ansteckungsrisiko für Krankheiten beschweren sich oftmals Mitarbeitende in Open-Space-Bereichen darüber, dass kaum Privatsphäre gegeben ist und sie unter ständiger Kontrolle arbeiten müssen.

Welche Unternehmenskultur sollte welches Raumkonzept auswählen?

Es gibt keinen Bürotypen, der für jedes Unternehmen passt. Die Wahl des idealen Raumkonzepts wird von zwei Faktoren beeinflusst: wie gut muss sich das Team konzentrieren und zusammenarbeiten?

Activity-Based Working und Multi-Space als Mittelweg

In der modernen Arbeitswelt setzen Betriebe immer mehr auf das Prinzip: Form follows Function. Das bedeutet, dass Mitarbeitende immer weniger in starre Strukturen gezwängt werden und stattdessen verschiedene Bereiche in Multi-Space-Büros für unterschiedliche Tätigkeiten geschaffen werden:

  1. Fokus-Areas: Ruhebereiche oder einzelne Kabinen für ungestörtes und produktives Arbeiten.
  2. Kollaborationsbereiche: Offene Flächen bieten Platz für Workshops und Brainstormings.
  3. Zonen für Socializing: Lounges und Küchen bieten Raum für ungezwungenes Miteinander.

Business-Center als flexible Lösung

Kleinere Unternehmen, Firmen in der Gründungsphase oder auch mittelständische Unternehmen, die expandieren möchten und gern in Einzelbüros die Ruhe genießen, möchten meist eine lange Vertragsbindung sowie hohe Ausbaukosten vermeiden. Ein Business-Center-Modell bietet genau diese Vorteile. Einzel- und Teambüros mit voller Ausstattung können flexibel angemietet und die vorhandene Infrastruktur (Küchen, Empfang, Meetingräume) gemeinsam genutzt werden.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist für ein Unternehmen das beste Bürokonzept?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Einzelbüros sind für konzentriertes Arbeiten ideal. Für kommunikationsintensive und agile Teams sind Multi-Space-Büros gut geeignet, da sie Rückzugsmöglichkeiten bieten.

Wie kann in Großraumbüros Lärm reduziert werden?

Der gezielte Einsatz von guten Schallschutzelementen (Wand- und Deckenabsorber oder Akustikpaneele), separate Telefonzellen (Phone Booths) und allgemein geltende Verhaltensregeln für alle Mitarbeitenden reduzieren die Geräusche in einem Großraumbüro.

Welches Bürokonzept ist gesundheitsfördernd?

In Gesundheitsstudien schneiden Multi-Space-Konzepte und Kombibüros am besten ab (Quelle: Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) – Studie „OFFICE 21"). Grund dafür sind die Bewegung im Alltag durch den Zonenwechsel, die Rückzugsmöglichkeiten sowie die niedrige Infektionsgefahr, die hingegen in Großraumbüros gegeben ist.

Handlungsempfehlung und Fazit für Führungskräfte und Personaler

Das früher herrschende Gegeneinander von Großraumbüro vs. Einzelbüro gibt es an sich nicht mehr. Bedarfsgerechte und flexible Flächenkonzepte sind die Zukunft. Insbesondere Arbeitgeber sollten vor ihrer Entscheidung für das richtige Konzept eine Bedarfs- und Tätigkeitsanalyse durchführen: wie viel Zeit wenden Mitarbeitende für Videocalls auf und wie viel konzentriertes Arbeiten wird täglich gefordert?

Mit einem durchdachten Büro auf einer Multi-Space-Fläche sowie mit einer Mischung aus hochwertigen Einzel- und Teambüros und Homeoffice, können die Produktivität und Ihre Attraktivität als Arbeitgeber gesteigert werden.

Über den Autor

Maria Arndt
Operations Managerin und Prokuristin bei Octavus Office & Service.

Maria Arndt steuert als Operations Managerin und Prokuristin seit einigen Jahren die operativen und auch strategischen Aufgaben bei Octavus. Direkt am Leipziger Platz / Potsdamer Platz begleitet sie Anwälte, kleine und mittelständische Unternehmen, Start-ups und auch internationale Firmen bei deren Suche nach einem neuen Unternehmensstandort. Neben dem Onboarding der Neukunden unterstützt sie das operative Tagesgeschäft und begleitet die Vertragsverhandlungen. Durch ihre tägliche Arbeit mitten im Herzen Berlins und als Teil der Geschäftsleitung kennt sie die aktuellen Trends rund um Bürosuchen und Flexoffice-Möglichkeiten, aber auch die Herausforderungen von Unternehmen, die vor der Entscheidung stehen, sich niederzulassen.

Fachliche Prüfung: Richard Wittich (Geschäftsführer, Octavus Office & Service Berlin GmbH)

Redaktioneller Stand: Mai 2026

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